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11.11.2011

Procar gibt nur die halbe Wahrheit bekannt

Poker um Miethöhe und Verträge
Procar gibt nur die halbe Wahrheit bekannt

Das es für den größten deutschen BMW-Händler Procar an der Gladbecker Straße eng geworden ist,  kann niemand bestreiten. Immer mehr verkaufte Neu- und Gebrauchtwagen und eine ausgelastete Werkstatt sprechen eine deutliche Sprache. Dies war dann auch die Begründung gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit für die Umzugspläne auf das Sackers-Gelände. So wurde es auch in den politischen Gremien diskutiert. Leider fehlten der örtlichen Politik einige wesentliche Informationen, die Inhaber Dr. Peter Jänsch hätte geben können um das Bild komplett zu machen. Auch die Bottroper Verwaltungsspitze sah sich nicht in der Pflicht, die ihr bekannten wichtigen Fakten in den Entscheidungsprozess einfließen zu lassen.

„Verkürzt gesagt tobt zwischen Procar und dem neuen Eigentümer zahlreicher Procar-Immobilien (Paneuropean Fonds seit 2008)  im Ruhrgebiet eine heftige Auseinandersetzung um Miethöhen und -bedingungen“, so ÖDP-Fraktionsvorsitzender Johannes Bombeck.

Die Procar-Immobilien waren bis 2008 im Besitz der RL Immobilien, die damals im wesentlichen Herrn Jänsch gehörten. Dann erfolgte die Veräußerung an einen englischen Fond mit Sitz auf den Jerseyinseln. RL Immobilien wurde zum Mieter der von Procar genutzten Immobilen und Procar selber zum Untermieter.  Das war solange kein Problem, bis der Besitzer von Procar und RL Immobilien, Peter Jänsch, seine Taktik änderte. Zunächst wurden die Verträge zwischen Procar und RL Immobilien verändert. Procar konnte dank der neuen Konditionen seine Mieten um bis zu 40 % reduzieren.

Da die RL Immobilien dennoch die gleichen Mieten an den Fond abliefern musste, geriet die Firma in Schieflage. Das Ende vom Lied: RL Immobilien musste Insolvenz anmelden. Der Paneuropean Fonds bekommt seitdem kein Geld mehr. Nach Ansicht von Dr. Peter Jänsch ist das „ zwar hart, aber durch Verträge gedeckt“.

Im Kampf um die künftigen Mietverträge kämpfen beide Seiten mit harten Bandagen. Der Fond strengt an verschiedenen Standorten Räumungsklagen gegen Procar an, Procar sichert sich neue Grundstücke im gesamten Ruhrgebiet um seine Position am Verhandlungstisch  in München  zu verbessern. Das ist alles völlig legal und in unserem Wirtschaftssystem nicht unüblich.

„In diesem Pokerspiel ist Bottrop eine nicht unwichtige Karte, da der Weg für eine Umsiedlung auf das Sackers-Gelände praktisch freigemacht wurde und aus einer unsicheren Option eine gute Spielkarte wurde“, meint zumindest Bombeck.

Die Eile die unsere Stadtspitze und die großen Parteien an den Tag legen, hat also nicht nur mit einem expandierenden Unternehmen zu tun, das Platz braucht. Ohne die schwierigen Verhandlungen um Mietkonditionen und drohende Räumung zwischen Eigentümer und Procar wäre nie so ein Druck in die Angelegenheit gekommen. Vielleicht wäre  Procar demnächst in Bottrop auf die Stadt zugekommen und man hätte in aller Ruhe ein Grundstück gesucht, dass den Erwartungen eines erfolgreichen BMW-Händlers, aber auch den generellen Planungen der Stadt am ehesten entspricht.



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